To-whom-it-may-concern-messages
In Reaktion auf den Call for Papers zum Kolloquium über Online-Vorträge im Oktober schreibt Medienwissenschaftlerin Ulrike Bergermann in einer EMail:
“vorträge im netz sind to-whom-it-may-concern-messages, und dazu gibt es einen historischen diskurs zwischen den sender-empfänger-modellen.
natürlich zirkulieren bücher auch, aber sie sind öfter in regalen, privaten oder öffentlich verwalteten, als zwischen den augen unterwegs. vorträge online heißt erstens verfügbarkeit und zweitens, was mich hier mehr interessiert: es sind stimmen, die jederzeit lossprechen können, wenn sie jemand hören will. wie in der frühzeit der kybernetik, als neben das informationstechnische übertragungsmodell von sender zum empfänger (und ausdifferenzierungen) ein anderes trat, was man als “to whom it may concern-messages” beschrieben hat (wiener, rekapituliert von schüttpelz). entsprechend den hormonen, die als potentielle kommunikationsträger in der blutbahn zirkulieren, bis ein organ die chemische botschaft aussendet, dass es andocken soll: dann wird es sinnvoll, überträgt seinen inhalt – aber nicht, bevor der empfänger seinen botschaften-bedarf gesendet hat.”