Archive for the ‘Kolloquium zu Online-Vorträgen 2009’ Category

Online-Vorträge zwischen Wissenschaft / Kunst / Medien / Ökonomie

Dienstag, Juli 7th, 2009

Das Programm der Konferenz “Die Performance der Lecture im Netz”, die am 9. und 10. Oktober auf Kampnagel in Hamburg stattfinden wird, ist komplett.

Die Konferenz ist als ein digitales Vortragslabor konzipiert: Die Präsentation von Wissen tritt als Forschung in Erscheinung. WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen diskutieren und erproben vernetzte Vortragsformate online und offline, im Greenscreen, im Netz und auf der Bühne. Powerpoint-Karaoke goes Online-Karaoke. Aufmerksamkeitsökonomie goes Wissenskunst.

Hier das Programm:

Freitag, 9.10. – Teil I: Netzwerke, Neue Wissenschaften, Selbstunternehmer

15. 30 Uhr

Begrüßung und Einführung
Sibylle Peters

16.00-17.30 Uhr

Marc Scheloske: Transformationen der internen und externen Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Weblogs und andere onlinegestützte Medienformate

Henning Lobin: Powerpointillismus und “The New Powerpoint Generation” –
Probleme und Entwicklungstendenzen der wissenschaftlichen Präsentation

18.00-19.30 Uhr

Ramon Reichert: Die Inszenierungen des Intellektuellen im Videoblog

Stephan Münte-Goussar: Open Access, selbstdarstellerisches Hochschulmarketing oder Lektion in digitaler Selbststeuerung?

21 Uhr

Zentrale Intelligenz Agentur: Telepronto. Kollaboration und Kohärenz im Vortragswesen

Armin Chodzinski: How to succeed in business with…: lecture

Samstag, 10.10.09 – Teil II: Archive, Liveness, Wissenskünste

14.00-15.30 Uhr

Boris Traue : Life Hacking – Lecture und Tutorial als Selbstautorisierungsgeste

Ulrike Bergermann: To whom it may concern: Konstitutive Nachträglichkeit im digitalen Archiv

16.00-17.30 Uhr

Sibylle Peters: online/offline: Über die Zukunft des Vortrags als Performance

Monika Fleischmann und Wolfgang Strauss: Lecture Performance im Netz oder vernetzt?

18.00-19.30 Uhr

Online-Shortcuts – experimentelles Podium mit allen Vortragenden

21 Uhr

Joshua Sofaer: The Many Headed Monster – The Audience of Contemporary Performance

(Ein Forschungsprogramm eingeladen von Sibylle Peters, veranstaltet im Rahmen des Forschungsverbunds “Interactive Science” am Zentrum für Medien und Interaktivität der Universität Gießen, gefördert von der VW-Stiftung im Programm “Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften”.)

Beiträge zum Kolloquium über Online-Vorträge

Dienstag, März 10th, 2009

Vom 9. bis zum 11. Oktober 09 findet auf Kampnagel in Hamburg das Kolloquium “Die Performance der Lecture im Netz” statt.

Viele spannende Beiträge sind uns bereits sicher. Mit dabei sind:

Ulrike Bergermann – Professorin für visuelle Medien an der Kunsthochschule Braunschweig,

Armin Chodzinski – Vortragskünstler und Grenzgänger zwischen Kunst und Ökonomie,

Monika Fleischmann und Wolfgang Strauss – die Erfinder von Netzspannung.org,

Henning Lobin – Leiter des Zentrums für Medien und Interaktivität der Uni Gießen,

Stephan Münte-Goussar, Erziehungswissenschaftler, Blogger und kritischer Geist in Sachen E-Bildung und Ökonomie,

Ramon Reichert – Autor von “Amateure im Netz. Selbstmanagement und Wissensmanagement im Web 2.0″,

Marc Scheloske – Wissenschaftsblogger und Betreiber von Wissenschaftscafe.net,

Joshua Sofaer – Vortragskünstler und Performance-Artist aus London,

Boris Traue – Soziologe, TU Berlin,

Kai van Eikels – Philosoph, Autor, Blogger, FU Berlin,

Zentrale Intelligenz Agentur
– Experten für digitales Leben und seine kulturelle Weiterverarbeitung,

Call for Papers / Projects

Freitag, Februar 6th, 2009

Die Performance der Lecture im Netz
- ein digitales Vortragslabor
Kolloquium, 9. bis 11. Oktober 2009
Kampnagel-Kulturfabrik Hamburg

Bisher wurden wissenschaftliche Vorträge in erster Linie als Texte dokumentiert. Audiovisuelle Archivierung blieb die Ausnahme. Das ändert sich jetzt: Im Internet entstehen erstmals Archive, in denen Vorträge massenhaft als Performances dokumentiert werden. Nun kann man in Sachen Vorlesung oder Tagung nachholen, was man versäumt, oder sieht im Netz, dass man nichts verpasst hat.

Dass Vorträge Performances sind, wird in der wissenschaftlichen Praxis vielfach ausgeblendet. Im Online-Vortragsarchiv ist es dagegen offenkundig – nicht selten in skurriler Weise. Zwischen ‚Infotainment’ und ‚exzellenter’ Selbstdarstellung findet sich manche Antiklimax. Die Verpflichtung zur ‚Performance’ greift erst allmählich und lässt damit zugleich Raum für Experimente: Wo liegen die Potentiale der Digitalisierung des Vortragswesens? Verschieben sich hier Grenzen zwischen wissenschaftlichen, künstlerischen, politischen Diskursen? Entstehen neue Spielarten akademischer und nicht-akademischer Öffentlichkeit?

Aus der Verbindung von Vortrag und Internet entwickeln sich derzeit neue Vortragsformate wie Videoblogs, virtuelle Vorlesungen oder Live-Vortragssettings mit Twitter-Kommentarwand. Wenn Vorträge per Video aus Vorträgen zitieren und Diskussionspartner per Skype zugeschaltet werden, entstehen Hybride zwischen Live-Situation und Dokumentation, in denen auch die Grenzen zwischen Produktion und Rezeption unterlaufen werden. Mit seiner Digitalisierung tritt der Vortrag in sich selbst wieder ein. Und so geht es zwischen Powerpoint und Internet-Archiv immer schon um die Präsentation der Präsentation.

Das Kolloquium will diese Entwicklung im Kontext von Wissens-, Medien- und Performancetheorie diskutieren. Es will aber auch an ihr teilhaben. So bietet die Beschäftigung mit Online-Vortragsarchiven die Chance, sich an manch besonderem Fundstück zu erfreuen. Und neue hybride Vortragsformate lassen sich am Besten erkunden, indem man sie gleich ‚live’ erprobt.

Wenn sich die Formen verändern, in denen Wissen präsentiert und archiviert wird, hat dies Auswirkungen darauf, wie Erkenntnis entsteht und was als Wissen gilt. Im digitalen Vortragslabor ist die Präsentation und Archivierung von Wissen daher immer zugleich Forschung: Welche Evidenztechniken, welche Interaktionsformen und Agenturen werden vom digitalen Vortragswesens gestärkt oder hervorgebracht?

Dies zu erforschen, gelingt am Besten in transdisziplinären Allianzen zwischen (Vortrags)Kunst und Wissenschaft. Das Kolloquium wendet sich daher nicht nur an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern ebenso an Künstlerinnen und Künstler, die mit dem Format des Vortrags in digitalen Settings experimentieren wollen.

Veranstaltet von:

Projekt: Der wissenschaftliche Vortrag und seine digitale Dokumentation und Distribution
VW-Forschungsverbund: Interactive Science, ZMI Uni Gießen

Leitung:
Dr. Sibylle Peters, Projektemacherin zwischen Kunst und Wissenschaft, Kulturwissenschaftlerin, Performerin.

http://www.zmi.uni-giessen.de/projekte/projekt-24.html

Vorschläge für Präsentationen in Form von extended Abstracts (ca. 5000 Zeichen) an sibyllepeters@gmx.de bis 15.3.2009.